Wenn man mit dem Schiff am Bull'n ankommt, dem Blankeneser Anlegeponton, wird man unverzüglich vom einzigartigen Fluidum des früheren Fischer- und Fährmannsortes in Bann genommen. Der leise, sich am Ufergeröll brechende Wellenschlag der auf der Elbe vorüberziehenden Schiffe, das Kreischen der Wasservögel, der breite Sandstrand, dessen wasserseitiger, befestigter Weg zum Promenieren einlädt, vor allem aber der überwältigende Anblick des Treppenviertels machen diesen Hamburger Vorort zumindest in Deutschland einzigartig. Wie Schwalbennester scheinen die Häuser mit ihren Befestigungsmauern am steilen Berghang zu kleben, auf dessen Kuppe der Süllberg mit dem markanten Aussichtsturm thront. Viele alte, reetgedeckte Fischerhäuser sind noch im Originalzustand erhalten. Der gesamte Elbhang steht unter Milieuschutz, trotzdem konnten sich in den 60er/70er Jahren einige modernistische Betonbauten etablieren, die das Gesamtensemble jedoch nur unwesentlich beeinträchtigen. In vielen Vorgärten künden wehende Pfahlewerflaggen vom Traditionsbewusstsein der Bewohner, denn diese Fischerboote waren jahrhundertelang Erkennungszeichen Blankeneses, weit über den Unterelberaum hinaus.
  Außer dem malerischen Treppenviertel sowie den vielen Parks mit ihrem weitläufigen Grün und den feudalen Herrenhäusern, lockt vor allem ein Event die Menschen an. Alljährlich zu Ostern pilgern Scharen von Besuchern an dieses Gestade und vertreiben mit den hell lodernden Feuern die Reste des Winters. Spätestens dann hätten viele Anwohner trotz aller Gastfreundschaft gern etwas weniger Hektik und Verkehrslärm.

Wir wünschen Ihnen nun viel Vergnügen, bei einem virtuellen Rundgang durch diesen noblen Hamburger Stadtteil.

 

 

 

 

Gosslerhaus