Von dem feinen weißen Sandstrand hat Blankenese seinen Namen. Eine weiße (blank) Landzunge (neß) ragte vor dem Ort weit in die damals noch flache, behäbig fließende Elbe hinein. Die Sandbank ist durch Umleitungen des Flussbettes längst abgetragen. Der weiße Strand lockte bereits im 19. Jahrhundert Naherholungssuchende in den idyllischen Ort. Neben dem Bull'n gelegen, gab es einen Prahm mit Umkleidekabinen als schwimmende Badeanstalt. Die Benennung des Blankeneser Schiffsanlegers stammt von einem besonders flachen holsteinischen Bootstyp, der einst hier festgemacht war. Auf ihn konnten seitlich Schiffe gezogen und kalfatert werden. Auch heute sieht man gelegentlich wieder Badende, die meisten Besucher flanieren jedoch die Uferpromenade entlang und betrachten das Ambiente. Gegen Mittag wabern Schwaden nach gebratenen Speckwürfeln riechender Luft entlang der Uferzone, herrührend von unzähligen Schollen Finkenwerder Art, dem ultimativen geschmacklichen und zugleich visuellen Erlebnis, bedenkt man die Aussicht auf das emsige Treiben vor und auf dem Fluss. Hinreißende Ausblicke auf Strom und Treppenviertel bietet auch der Elbhöhenwanderweg. Den besten Blick genießt man elbaufwärts vom Sven-Simon-Park (70m hoch) und elbabwärts vom Bismarckstein (87m) aus. Blankenese bietet Gastronomie für jeden Geldbeutel, an der Süllbergsterrasse ist ein preiswertes Cafe´zu finden. Am Elbufer führt der Weg in Richtung Wittenbergen am Blankeneser Unterfeuer vorbei, in dessen Nähe nach dem ersten Frühlingsvollmond die Osterfeuer von Blankeneser Bürgern aufgeschichtet werden. Am Ostersonnabend gehen die Weihnachtsbaumstapel, vom spiegelblanken Fluß reflektiert, in lodernde Flammen auf. Ein romantisches Szenarium, das Tausende lockt. Weiter führt die Straße an einigen Schiffswracks sowie den Bassins der Hamburger Wasserwerke vorbei. Am Falkensteiner Ufer liegt in reizvoller Elbauenlandschaft ein Campingplatz.

 
     
Elbufer Blankenese Auf diesem von Peter Suhr 1835 gezeichneten Bild, ist das Strandleben dargestellt. Der gemütliche Feierabend Blankeneser Fischerfamilien in ihrer Alltagstracht. Nach norwegischer Art wird Stockfisch hergestellt, allerdings Trocknen auf diesen Pfahlewern keine Dorsche an der Luft, sondern Klieschen, schuppige, sonst der Scholle ähnliche Plattfische. Darunter ist, wie auf vielen unserer "Rollröwerbiller", zu sehen, wie der gleiche Strandabschnitt heute aussieht. Noch immer genießen es viele Menschen, in dieser Gelassenheit ausstrahlenden Atmosphäre auszuspannen, die nur gelegentlich von Möwengekreisch, Schiffshörnern oder dem monotonen Tuckern der Kümo-Motoren unterbrochen wird.  
       
  Seit jeher versuchen Künstler, den einzigartigen Charakter Blankeneses auf die Leinwand zu bannen. Ein beliebtes Motiv ist das mitten in der Elbe gelegene Leuchtfeuer, auf dessen von einer Balustrade umgebenen Plattform meist ein angenehm kühlendes Lüftchen weht. Davor aalen sich Sonnenhungrige in Strandkörben, Kinder und Hunde buddeln in friedlicher Gemeinsamkeit im feinen Sand. Wenn ein Sommergewitter mit erlösendem Donner die stickige Luft kühlt, aber auch im Winter, wenn dicke Eisschollen sich knirschend die Elbe herunterschieben, bleibt der Leuchtturm ein beliebtes Sujet.   Blankenese Unterfeuer
       
Wandert man vom Blankeneser Leuchtturm in Richtung Wittenbergen gelangt man an Schiffswracks vorbei, die der Bergungstaucher Harmstorf hierher schleppte. Der hölzerne, sich langsam zersetzende Rumpf gehörte dem finnischen Segler Polstjernan, den Harmstorf 1926 brennend aus dem Nord-Ostsee-Kanal barg. Bei Ebbe ist das Wrack ein Abenteuerspielplatz für die Blankeneser Jugend. Taucherfirma Harmstorf hatte einen eigenen Elbanleger und betrieb am Falkentaler Weg 1 das Hotel Tiefenthal, dessen zugeschüttetes großes Wasserbassin heute einem Kanuverein zur Bootslagerung dient. Um 1900 wurden hier Tauchvorführungen und artistische Leistungen geboten. 
Gosslerhaus